Blogs / Dschungelblog / Otmars’ Dschungelblog #11 von Psychoterror, Quote und Folter

Wir hatten ja gestern über die Konstruktions- Hintergrund- Fäden, wer lenkt den Irrsin und das alles nachgedacht. Heute finde ich, lohnt es sich, den Faden noch einmal zu beleuchten – wer beim Stricken der Sendung die wirklichen Fäden in der Hand hält. Und an dieser Stelle die klare Info von uns, den ‚Zurückgebliebenen‘ im schnöden, italienischen Puff-Ambiente: Folter, das war Folter .. in ‚the green mile‘! (O-Ton Dirk Bach)

Ein schlechter Film, unterirdisch unseren Kindern nicht zuzumuten. Halt, wir zünden Kerzen an und gedenken an die Strapazen, die unsere Companieros im Tropen-Urwald-Dschungel-Camp in der letzten Folge erleiden mussten. In diesen schweren Stunden machen wir das und gedenken. Der Sodom war von Dirk B. angekündigt und Gott hat mit Blitzen und schwerstem Regen geantwortet. Dass die Folter von der UN-Menschenrechtskommission verboten und schon längst abgeschafft wurde, brauche ich an dieser Stelle nicht länger zu thematisieren.
Klar, da wo der Quotengott seine Finger im Spiel hat, ist der verflixte Teufel nicht weit. Und genau der schickt  Sarah in einer ihrer schwersten psychischen und physischen Prüfungen. Diese niemals zu bestehende Prüfung wird Sarah ins endgültige persönliche Aus befördern, weil sie Sarah zur ausführenden Henkerin in diesem Spiel gemacht haben. Totaler Psychoterror, Ausgang gewiss.

Ich sitze mit Jonas, dem Begleiter von Sarah, am Pool. Er ist klar überfordert und hat es nur im Griff, weil er Joga und Tai-Chi-Chen täglich meditierend anwendet. Er meistert seine Antworten für Explosiv, Punkt 12, RTL now, Bild, Bild am Sonntag und dem Spreewälder Tageblatt ganz gut. Jonas weiß nicht, kann es nicht einschätzen, was wird, wenn Sarah das Camp verlässt.  Also, was bleibt uns anderes übrig, um den Meister (Gott) milde zu stimmen und einige Kerzen in unserer Versace-Jugendherberge zu zünden. Es bleibt abzuwarten, was die Konstrukteure und Architektinnen, für die nächste Etappe entscheiden und vor allem kommentieren.

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Januar

Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Der Weihnachtsmann ging heim in seinen Wald.
Doch riecht es noch nach Krapfen auf der Stiege.
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Man steht am Fenster und wird langsam alt.

Die Amseln frieren.
Und die Krähen darben.
Und auch der Mensch hat seine liebe Not.
Die leeren Felder sehnen sich nach Garben.
Die Welt ist schwarz und weiß und ohne Farben.
Und wär so gerne gelb und blau und rot.

Umringt von Kindern wie der Rattenfänger,
tanzt auf dem Eise stolz der Januar.
Der Bussard zieht die Kreise eng und enger.
Es heißt, die Tage würden wieder länger.
Man merkt es nicht. Und es ist trotzdem wahr.

Die Wolken bringen Schnee aus fremden Ländern.
Und niemand hält sie auf und fordert Zoll.
Silvester hörte man’s auf allen Sendern,
dass sich auch unterm Himmel manches ändern
und, außer uns, viel besser werden soll.

Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und ist doch hunderttausend Jahre alt.
Es träumt von Frieden. Oder träumt’s vom Krieg?
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege.
Und stirbt in einem Jahr. Und das ist bald.

Erich Kästner